Anfängerleitfaden Ultraleicht Trekking


In der letzten Zeit habe ich viele Anfragen von Neulingen aus der Ultraleichten Trekking Szene bekommen, welche anfangen wollen ihr Rucksackgewicht beim Wandern zu optimieren. Es hat sich häufig herausgestellt, dass der Blick fürs Wesentliche fehlt. Ultraleicht Trekking heißt ja nicht, man nehme so viel von dem leichten Kram mit, wie möglich. Sondern verzichte auf alles Unwesentliche. Ebenso ist nicht alles leicht, was Ultraleicht im Namen trägt. Daher nun ein paar Worte, wie man sich an das Themenfeld herantasten kann. Eines muss ich gleich zu Beginn loswerden: Das optimale Setup für alle Gegebenheiten existiert nicht!

Was brauche ich denn und wofür?

Einer der großen Vorteile beim UL Trekking ist ja, dass man nicht viel Ausrüstung mit sich herumschleppt. Somit bleibt dieses Kapitel schön übersichtlich.

 

Wettertaugliche Klamotten

Um sich vor den Wettereinflüssen auf dem Weg schützen zu können ist Kleidung die Möglichkeit! Hier hat es sich bewährt, dass man Bekleidung aus mehreren Schichten übereinander anzieht. Dieses Schichten von Kleidung nennt sich Zwiebelprinzip. Die einzelnen Schichten können je nach Wetter effektiv miteinander kombiniert werden.

 

Basis Schicht (Baselayer)

Dies ist die Schicht, welche direkt am Körper getragen wird. Sie dient dem Ableiten und der Weitergabe von Schweiß und Feuchtigkeit an die nächste Schicht. Bevorzugte Materialien für diese Schicht wären Kunstfaser oder Merinowolle. Merinowolle hat den Vorteil, dass es nicht so schnell anfängt zu stinken, während Kunstfaser mit einem geringeren Gewicht auftrumpft.

 

Isolationsschicht (Isolationlayer)

Diese Schicht soll den Körper davon abhalten auszukühlen.  Hierbei muss differenziert werden. Die Schicht während der Bewegung kann dünner sein, da der Körper in Bewegung wesentlich mehr Wärme produziert als im Stand. Je nach den zu erwartenden Temperaturen fällt diese Bekleidungsschicht dicker aus oder besteht aus mehreren Teilen. Im mitteleuropäischen Winter kommt öfters noch ein Wollpullover oder eine dickere Daunenjacke mit. Bei mir hat sich hier die Kombination aus einem dünnen Fleece bei Bewegung und einer leichten Daunenjacke für die Pausen bewährt. Im Winter ersetze ich das dünne Fleece meist durch einen Wollpullover. Bevorzugte Materialien in dieser Schicht wären Kunstfaser und/oder Daunen.

 

Äußere Bekleidungsschicht (Outer Layer)

Diese Schicht ist für den Schutz vor Wind und Regen. In der Regel besteht sie bei mir aus einer Regenjacke & Regenhose sowie einer Windjacke. In dieser Bekleidungsschicht hat sich einzig Kunstfaser im Hinblick auf die Leistung pro Gewicht bewährt.

 

Unterkuft

Irgendwo muss man nachts ja schlafen können, ohne direkt den Wettereinflüssen ausgesetzt zu sein. Ob Tarp, Tarptent, einwandiges- oder doppelwandiges Zelt muss jeder selbst für sich selbst entscheiden. Von Frühling bis Herbst bevorzuge ich mein MYOG-Tarp, In der Mosquitozeit und bei sehr schlechtem Wetter mit viel Wind & Regen, sowie im Winter bevorzuge ich ein Pyramiden-Tarptent.

 

Schlafsystem

In der Nacht gilt es den Körper am Auskühlen zu hindern. Dabei müssen sowohl die Kontaktwärmeverluste zum Boden reduziert, als auch die erwärmte Luft um den Körper gehalten werden.

Für die Isolation zum Boden hin gibt es Isomatten. Ob selbstaufblasende Matten, isolierte Luftmatratzen oder Schaumstoffmatten muss ein jeder selbst überlegen. Ebenso muss jeder für sich entscheiden, wie lang die Isomatte sein soll. Dem einen reicht es, wenn sie von Schulter bis Hüfte geht, beim anderen müssen die Beine noch auf der Matte sein. Schlafsack oder Quilt? Diese dienen dazu die angewärmte Luft um den Körper zu halten. Dies ist wieder eine Typ-Frage. Fest steht nur, ohne Schlafsack oder Quilt wird es vermutlich ungemütlich in der Nacht.

 

Kochsystem

Essen ist auf Tour sehr wichtig, doch warm zu kochen ist genau genommen schon Luxus, ein Luxus den ich mir selbst gerne genehmige. Eine Übersicht zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Kocher-Arten habe ich hier bereits beschrieben.

 

Rucksack

Naja irgendwo muss das Zeug ja rein. Hierbei gilt: Der Rucksack muss bequem genug sein auch stundenlang mit Gewicht getragen werden zu können. Zusätzlich sollte er groß genug sein, all seinen Kram und Proviant fassen zu können.

 

Hygieneartikel

Ein wenig biologisch abbaubares Seifenkonzentrat, Zahnbürste, Zahnpasta & Zahnseide, je nach Tour noch Insektenschutz und Sonnencreme  sowie Deodorant.

 

Kleinkram

Nadel & Faden – Wenn doch mal was reißt

Kompass – je nach Tour unnötig

Reperaturflicken – Bei aufblasbaren Isomatten

Schnur – Ein wenig Schnur ist immer praktisch um Nahrungsmittel von Nagern und anderen Tieren fernzuhalten.

Feuer & Zunder – Es beruhigt ungemein ein Feuer machen zu können, wenn der Schlafsack klitschnass geworden ist. So ein Streichholzheftchen und ein wenig in Vaseline getränkte Wattepads wiegen kaum etwas, sorgen aber für ein sicheres Gefühl.

 

Erste Hilfe

Pflaster, Mullbinden, Blasenpflaster, Handschuhe, Octenisept & Medikamente

 

So, das war es schon fürs Erste. Als nächstes kommen noch tourenspezifische Ergänzungen und die Luxusartikel. Vielleicht passt die 300€ drei Jahreszeiten Packliste ja zu euch.

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