Im Laufe der letzten Monate habe ich mein Versorgungskonzept für Strom mehrfach überarbeitet und bin nun auf einem Weg, welcher für mich hervorragend funktioniert. In diesem Artikel werde ich nicht nur das aktuelle Konzept beschreiben, sondern auch den Weg dahin.
Beim Verwenden von meinen Powerbanks haben mich folgende Dinge gestört:
Miller ML-102 mit ein bis vier 18650er Akkus
Sobald man mehrere Akkus über Nacht im Hotel laden muss, bleibt einem das Aufstehen in der Nacht zum Tauschen der Akkus nicht erspart
18650er Akkus haben eine relativ geringe Kapazität von 3400mAh, bei meinem alten Smartphone war das nicht weiter tragisch, doch das G4 hat einen Standardakku von 3000mAh. Bedingt durch die Leistungsverluste beim Wandeln von den 3,7V vom Akku zum 5V USB Port zu den 3,7V und der großen Kapazität des Akkus war ein Akku etwas weniger als einmal voll Laden.
Anker 20100mAh Powerbank
Das Laden der Powerbank dauert durch die riesige Kapazität einfach eine gefühlte Ewigkeit.
Die großen Akkus wiegen relativ viel
Da mein LG G4 Smartphone einen austauschbaren Akku hat, habe ich mir überlegt diesen durch einen größeren auszutauschen. Nach kurzer Suche habe ich einen Ersatz-Akku mit 9800mAh gefunden. Mit diesem Akku brauche ich auf Wochenendtouren mit intensiver Nutzung gar keine Lademöglichkeit. Dieses geht jedoch mit dem Nachteil einher, dass das Laden des Handys nun gut sechs Stunden dauert.
Damit das Ganze sich weiterhin als praktikabel erweisen konnte, musste die Ladezeit ebenfalls verkürzt werden.
Somit stand eine lange Testreihe der Ladeströme verschiedener USB Netzteile an. Vorweg sei gesagt, dass ich nur ein Netzteil gefunden habe, welches die angegebene Leistung tatsächlich auch erbrachte. Jedoch haben nicht nur die Netzteile einen Einfluss auf die tatsächliche Leistung, sondern ebenfalls die USB Kabel. Bis zu 50% weniger gemessene Leistung war je nach Kabel möglich. Die höchste Leistung habe ich mit USB Kabeln des Powerbankanbieters Anker erreicht und für den Test der Ladegeräte auch nur diese verwendet.
Ladegerät
Angegebene Leistung (bei 5V)
Gemessene Leistung (bei 5V)
Gewicht
Gewicht/Leistung
LG G4 Standard Netzteil
1,8A
1,8A
81g
45
OnePlus One Standard Netzteil
2,4A
1,6A
41g
25,63
China Dual Port
2,4A
0,6A
46g
76,66
EasyAcc 24W Dual Port
2,4A
2A
89g
44,5
Die Spalte Gewicht durch Leistung gibt an, wieviel g man investieren müsste, um auf 1A Leistung zu kommen und kann somit die Geräte einigermaßen Vergleichen. Einzig das EasyAcc Ladegerät liefert auf beiden Ports die gleiche Leistung. Bei dem Sharing des Ladegeräts mit zwei Personen müsste der Wert somit noch einmal durch zwei geteilt werden - ergo mit 22,25g pro 1A pro Port.
Da mein LG G4 ebenfalls QualmColm QuickCharge in der Version 2.0 unterstützt habe ich hierfür ein weiteres Netzteil getestet.
Ladegerät
Angegebene Leistung (bei 5V)
Gemessene Leistung (bei 5V)
Gewicht
Gewicht/Leistung
BEZ Quick Charge 3.0 Reiseladegerät
3,1A*
2,9A*
47g
16,21
* Das Ladegerät springt von dem 5V Quickcharge Profil 5V*2,9A (14,5W) auf das 9V Profil, da es vom Handy unterstützt wird, ab diesem Punkt mit 9V*1,9A (17,1 W) weiter geladen.
Dieses Netzteil lädt den 9600mAh Akku komplett in gut 3 Stunden. Somit war nicht nur die Suche nach dem USB Kabel, sondern auch die Suche nach dem Ladegerät erfolgreich abgeschlossen.
Um meine Taschenlampe auch unterwegs ohne Powerbank laden zu können, habe ich mir noch einen USB-OTG Adapter gekauft. Mit diesem Adapter lassen sich USB Geräte vom Handy aus laden. Somit fungiert ab nun mein Smartphone ebenfalls als Powerbank für die Taschenlampe. Den bisherigen Akku kann ich ebenfalls geladen mit auf längeren Touren nehmen als Powerbank Ersatz.
Elektronik bisher (häufig genutzte Zusammenstellung mit 9800mAh Leistung)
LG G4 ohne Akku
114g
Akku (3000mAh)
37g
Akkuladegerät Standard
81g
USB Kabel in lang
47g
Miller ML102 Ladegerät
36g
18650er Akku (3200mAh)
50g
18650er Akku (3200mAh)
50g
Gesamt
415g
Elektronik neu mit 9800mAh Leistung
LG G4 ohne Akku
114g
Neuer Akku/Handy Cover
156g
Akkuladegerät
47g
USB Kabel in lang
47g
USB OTG Adapter
<1g
Gesamt
365g
Somit habe ich gleiche Leistung bei weniger Teilen und geringerem Gewicht und spare mir viele einzelne Ladevorgänge. Bei dem USB Kabel lässt sich noch viel Gewicht einsparen, dennoch habe ich die Länge von 1,8m zu schätzen gelernt, da die weitere Benutzung des Smartphones beim Laden nicht groß eingeschränkt wird.