2018-05 Mittelweg Teil 1


Sehnsüchtig erwartete ich das lange Pfingstwochenende, denn für mich sollte es dann endlich wieder auf Tour gehen. Dieses Mal wollte ich durch den Schwarzwald zu ziehen, genauer gesagt, wollte ich den Mittelweg laufen. Dieser Weg durchquert, wie auch der Ostweg und der Westweg, den Schwarzwald von Nord nach Süd.

Die Gesamtdistanz von 240 Kilometern ist in neun Etappen aufgeteilt. Für das Pfingstwochenende nahm ich mir vor, die ersten drei Etappen zu schaffen.

Obwohl ich erst am späten Nachmittag in Pforzheim ankam, schien die Sonne intensiv und kräftig. Der Frühling wich eindeutig dem Sommer. So konnte ich mich glücklich schätzen, dass ich bereits nach kurzer Zeit unter dem Blattwerk des Schwarzwalds vor den Sonnenstrahlen geschützt war. Ich entschied mich dafür, am ersten Abend bis circa 20 Uhr zu laufen.

Als ich die Büchenbronner Höhe erreichte, dachte ich mir, dass die Schutzhütte sich prima für eine Übernachtung eignen würde. Leider war der Boden der Hütte mit viel Müll bedeckt. Unter anderem lagen dort Verpackungen, kaputte Flaschen, Zigaretten und Taschentücher.

Nachdem ich meinen ausgewählten Schlafplatz vom Müll befreit hatte, konnte ich in Ruhe mein Abendessen kochen. Diesen Abend standen Nudeln in Tomaten-Sahne-Soße auf dem Programm.

Als die Sonne unterging bekam ich Besuch. Einige Jugendliche wollten bei diesem klarem Himmel die Sterne vom nahegelegenen Aussichtsturm begutachten. So vergingen ein paar Stunden, bis ich den Platz wieder für mich hatte und mich guten Gewissens ablegen konnte. Als ich am nächsten Morgen aufwachte, packte ich meine sieben Sachen und machte mich direkt auf den Weg.

Der Mittelweg zog mich mit jedem Kilometer mehr in seinen Bann. Die Natur ist nicht nur schön, sondern einfach atemberaubend. So lief ich den ganzen Tag und erfreute mich an der Natur.

Am späten Nachmittag durchquerte ich Bad Wildbad und fand kurze Zeit später eine schön gelegene Schutzhütte mit Quelle. So hatte ich nicht nur genügend Wasser für mein Abendessen, sondern konnte sogar Duschen. Am Ende eines Wandertags ist eine kalte Dusche sehr erfrischend.

Im Anschluss an die Dusche begann ich mein Abendessen zuzubereiten. Diesen Abend sollte es Bannok geben. Den Teig verfeinerte ich mit Röstzwiebeln und Käse. So war die Mahlzeit mächtig und lecker.

Am Abend stießen zwei Wanderer dazu, welche ebenfalls in dieser Hütte nächtigen wollten. Da sich der Tisch und die Bänke nicht verschieben ließen, würde es zu dritt sehr eng werden. So entschied ich mich in der Nähe mein Tarptent aufzuschlagen.

In der Nacht schlug das Wetter um und es begann zu regnen. Leider lag ich sehr ungünstig und habe mit dem Fußende meines Daunen-Quilts in der Nacht Kondenswasser von der Zeltwand abgewischt.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte und über den klammen Quilt fluchte, überlegte ich ihn bei der nächsten Gelegenheit in der Sonne zu trocknen. Leider wollte sich die Sonne den Tag nicht blicken lassen. Stattdessen gab es Regen, Nebel und noch mehr Regen.

Das Wetter soll sehr typisch für den Schwarzwald sein, doch in Gedanken war ich wieder in den Wolken Madeiras. Ich finde es immer wieder spannend, wie häufig ich an die zwei Jahre zurückliegende Tour denken muss, sie war wirklich prägend.

Doch im Unterschied zu damals, hatte ich genügend Strom und sehr gute Laune.

Bei diesen Witterungsverhältnissen durch den Bannwald zu laufen, hatte einen ganz besonderen Charme. Ich war sehr überrascht, dass trotz des schlechten Wetters so viele Wanderer unterwegs waren.

Den kompletten Vormittag führte mich die Route über Schotterwege. Daher wich ich bei der erstbesten Gelegenheit von den Wegen ab und nahm stattdessen die Holzbohlen über den Wildsee. Dies war eine gute Entscheidung, denn an diesem schönen Abschnitt wäre ich ansonsten gar nicht vorbeigekommen.

Wenige Kilometer später teilten sich der Westweg und der Mittelweg einen Abschnitt des Weges, auf diesem gemeinsamen Abschnitt waren deutlich mehr Leute unterwegs. So freute ich mich, als die Wege wieder getrennt verliefen und ich meine Ruhe hatte.

Auf dem nächsten Abschnitt führte ein schmaler Trampelpfad durch das Moor. Am Wegesrand wuchsen die Heidelbeersträucher. Zu einer späteren Jahreszeit hätte man hier seinen Proviant mit frischen Beeren erweitern können.

Nachdem ich das Moor hinter mir ließ, machte ich in der nächsten Hütte eine Pause und traf die beiden Wanderer vom Vortag. Diese waren am Morgen anderthalb Stunden vor mir gestartet. Ich hatte sie jedoch überholt, als sie in einer Gastwirtschaft einkehren.

Nach der kurzen Pause verabschiedete ich mich und machte mich auf den Weg. Angeblich sollte es am späten Nachmittag gewittern.

Irgendwann dachte ich, dass es gleich so weit wäre. Die Wolken sahen schon sehr bedrohlich aus und es tröpfelte immer wieder zwischendurch.

So entschied ich mich die nächste Schutzhütte aufzusuchen und mir dort einen schönen Abend zu machen. Als ich eine geeignete Schutzhütte fand, kochte ich etwas Wasser auf und füllte es in eine Plastikflasche. Dass man danach die Flasche besser nicht mehr für Trinkwasser nehmen sollte, war mir bewusst, doch ich wollte meinen Schlafsack trocknen.

Auch diese Nacht hatte ich die Hütte nicht für mich alleine. Ein Wanderer suchte ebenfalls Schutz vor dem drohenden Gewitter. Wir unterhielten uns viel über das Wandern, fachsimpelten über Ausrüstung und Openstreetmaps. Im Anschluss war mir klar, dass ich die Openstreetmaps Karten nicht nur weiter nutzen will, sondern diese auch bei fehlenden Informationen erweitern werde. Nebenbei kochten wir unser Essen und tauschten einen Teil unseren Proviants. Wir aßen gemeinsam unser leckeres Abendessen und gingen einige Stunden später Schlafen.

Zu meiner Freude ging mein Plan mit der heißen Wasserflasche auf. Als ich in den Schlafsack kroch, war dieser bereits knochentrocken.

Am nächsten Morgen haben sich unsere Wege wieder getrennt. Der Wanderer lief zurück zu seinem Trail, während es für mich nach Freudenstadt gehen sollte. Ich hatte an diesem Tag circa 27 Kilometer vor mir und ich musste ja aus Freudenstadt wieder heimfahren. So überlegte ich mir diesen Tag mehr Gas zu geben um den Forststraßen schnell zu entkommen. Da die Wege keine Abwechslung boten, hielt ich das hohe Tempo. Es gab auch keine lohnenswerten Plätze zum Verweilen. In diesem Tempo erreichte ich gegen Mittag nach gut 30 Kilometern Freudenstadt. Dort angekommen, gönnte mir am Bahnhof eine Cola auf das schöne Wochenende und fuhr mit der nächsten Bahn heim.

Auch wenn das Stück nach Freudenstadt zu wünschen übrig ließ, war die Wanderung sehr schön und ich freute mich schon auf die kommenden Etappen!

2 comments

  1. Schöner Bericht und freut mich das Du die OpenStreetmap Karten verbessern willst. Ich freu mich auch immer wenn ich einen Weg sehe den ich eingetragen habe. Klingt komisch ist aber so...

    — Nico Mo, 2 Jul 2018

  2. Danke Nico für dein Feedback. Bei dem zweiten Teil habe ich dann angefangen einzutragen. Zwar noch keine Wege (die waren bereits vorhanden), dafür aber Brunnen, Bänke und Schutzhütten, das macht es für die nächsten Planbarer.

    Viele Grüße,
    Kai

    Kai Mo, 2 Jul 2018

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