2018-02 Das Wandern ist des P(f)älzers Lust


Die vergangenen Wochenenden seit meinem Umzug waren bisher allesamt ausgebucht. Freunde und Familie sowie die Renovierungsarbeiten an der Wohnung nahmen einen Großteil der Zeit in Anspruch. Deshalb dauerte es einige Wochen, bevor ich wieder alleine auf Tour konnte.

Nun war es endlich soweit; es war das erste Wochenende ohne Termine

Einzig die Frage nach dem Ziel blieb zu klären. Zuerst schaute ich auf Outdooractive nach Inspiration. Dort fiel meine Wahl auf den Rimbach-Steig. Da dieser für ein ganzes Wochenende zu kurz war, entschloss ich mich dazu den Steig zwischendurch ein wenig zu erweitern.

Nach getaner Arbeit startete ich am Freitag nachmittag und machte mich auf den Weg in die Pfalz. Nachdem ich in der Region der Weinstraße ankam, traute ich meinen Augen nicht. Schließlich konnte ich die dahinter liegenden Berge nicht sehen. Diese waren allesamt in einem dichtem Nebel- und Wolkenband versteckt. Ich dachte nur - das kann ja eine Tour werden - und fuhr weiter nach Dimbach,

In Dimbach angekommen stellte ich fest, dass das Wetter genau so war, wie ich es mir zuvor in meinem Kopf ausgemalt hatte - grau in grau!

Mittlerweile brach die Dämmerung an. Da ich nicht vorhatte, die Nacht auf dem Trail zu verbringen, verließ ich den Rimbach-Steig kurze Zeit später um mir fernab des hoch frequentierten Wanderwegs einen Platz für das Abendbrot und eine Bleibe für die Nacht zu suchen.

Gegen sieben Uhr holte ich an einem schönen Flecken meine Kochutensilien raus und bereitete mein Abendbrot vor.

Es gab Baguette mit eingekochten Tomaten/Paprika/Karotten und Zwiebeln. Ich war anfangs noch etwas skeptisch, ob dieses üppige Mahl denn in mein kleinen Topf, genauer gesagt in diese Tasse, passen würde.

Durch das Baguette als Beilage, reichte der kleine Topf für dieses Mahl aus. Zukünftig werde ich das Baguette aber luftdicht einpacken. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit wurde es in den sechs Stunden bis zum Verzehr sehr hart.

Nach der leckeren Mahlzeit habe ich mir eine ruhiges Plätzchen für die Nacht gesucht.

Gemäß der Wettervorhersage sollte es viel Wind aber keinen Regen diese Nacht geben. Ich verließ mich auf diese Aussage und schlief ohne Überdachung im Freien.

Mitten in der Nacht wurde ich durch einen Marder geweckt, welcher sich in meiner näheren Umgebung aufhielt. Nachdem ich so geweckt wurde, stellte ich fest, dass sich die Wolken verzogen hatten und ich den Blick auf tausende Sterne hatte.

In diesem Moment dachte ich an meine bessere Hälfte, welche mir vor etwas über einem Jahr bei einem ähnlichem Sternenhimmel einige Sternzeichen lehrte.

Stolz stellte ich fest, dass ich diese Sternzeichen in dieser Nacht wieder erkannte.

Ich spielte noch ein wenig mit meiner Kamera um diesen schönen Moment festzuhalten, doch bevor ich die passenden Einstellungen gefunden hatte, zog sich der Himmel schon wieder zu. So blieb es bei einem Bild.

Sollte ich in Zukunft wieder in die Verlegenheit geraten, Bilder mit dieser Kamera vom Sternenhimmel machen zu wollen, werde ich folgende Einstellungen verwenden: 10-20 Sekunden Belichtungszeit, Blende von F2, Iso 800, manueller Fokus auf unendlich.

Am nächsten Morgen ging es zuerst auf die Burgruine Lindelbrunn. Die Aussicht von dieser Burg schien grandios zu sein, zumindest wenn man etwas weiter gucken kann und nicht nur in diese graue Nebelsuppe.

Nachdem ich den Pfälzer Wald einige Zeit auf mich wirken ließ, machte ich mich auf den Weg nach Darstein um wieder auf der Steig zurück zu kommen.

Der Trail war auf dem ersten Kilometer noch eine Wanderautobahn, wich dann aber schmalen Wegen bis zu kleinen Pfaden, welche dem Weg einen schönen Charme verliehen.

Der Trail hatte auf den 18 Kilometern etliche Höhenmeter zu bieten, diese Variierten je nach Quellenangabe von knapp 600 bis über 1000m.

Der Weg führt an etlichen Buntsandstein-Formationen vorbei, welche atemberaubende Aussichten bieten sollten. Diese Aussichten waren mir wettertechnisch jedoch nicht gegönnt.

Kurz vor Schwanheim verließ ich den Weg aufgrund von Forstarbeiten. Kurze Zeit später war mir auch bewusst, wieso die Forstarbeiten stattfinden mussten.

Da ist wohl mindestens ein Baum in eine Starkstromleitung gefallen. Die Kraft hatte sogar dafür ausgereicht, dass sich der Strommast verdreht hatte. Lediglich ein Karabiner hatte noch dafür gesorgt, dass die Leitung nicht auf dem Erdboden liegt.

In diesem Moment wurde mir wieder einmal bewusst, wie abhängig wir vom Stromnetz sind. Später klarte der Himmel etwas auf und die Sicht wurde besser. Die Pfalz zeigte sich dabei von ihrer schönsten Seite.

Der Weg führte auch weiterhin an vielen Buntsandsteinformationen vorbei.

Bei der nächsten Pause wollte ich Kennths Avocado-Schoko Pudding zubereiten: Leider habe ich das Rezept mehrfach verhauen. Zusätzlich ließen sich die Avocados nur mäßig mit einem Spork zerdrücken. So wurde es eher eine Schokoladensuppe mit Avocadostückchen. Das sah zwar bei weitem nicht so ansprechend aus, schmeckte dennoch ausgesprochen lecker und war sehr sättigend!

Nach dem üppigen Mahl ging es weiter nach Schwanheim. Dort konnte ich in einem kleinen Cafe mein Wasser auffüllen und mich für die nächsten Aufstiege vorbereiten.

Die Aussicht vom Hockerfelsen war beeindruckend und der schmale Pfad am Felsrand erinnerte mich an den Aufstieg zum Pico Ruivo in Madeira.

Nachdem ich die Natur einen Moment auf mich wirken ließ, machte ich mich weiter in Richtung Gossersweiler-Stein auf. Auf dem Weg dahin entdeckte ich eine sehr große und schöne Baumperle. Die würde sich prima als Kuksa oder Schüssel machen.

Bei dem nächsten Felsen tobten sich scheinbar ein paar Kinder oder andere Junggebliebene aus und formten einen Schneemann.

Die Nacht war sehr neblig und frisch. Daher bereitete ich mir am folgenden Tag bei der nächsten geschützten Sitzgelegenheit einen leckeren Kaffee zu und ließ die vergangenen Stunden revue passieren.

Nach der kleinen Stärkung ging es für mich bei leichtem Schneefall wieder zurück auf den Rimbach-Steig und von dort zurück zum Auto.

Das Wochenende war im Nu vergangen und so machte ich mich wieder auf den Heimweg. Der Steig war trotz des mäßigen Wetters sehr schön und wird mir auch weiterhin in guter Erinnerung bleiben.

Vielleicht werde ich ihn im Sommer bei gutem Wetter einmal als Tagestour wiederholen um zu sehen, wie die Natur erwacht.

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