Tourenplanung


Das Planen einer Tour ist ein wesentlicher Bestandteil beim Ultraleicht-Wandern. Wer so wenig Material mit in die Natur nimmt, hat entsprechend auch weniger Material dabei um damit zu improvisieren. Durch diese Beschränkung an Materialien sind viele vom Ultraleicht-Trekking abgeneigt, wobei das nicht sei muss. Mit dem bewährten „Skills statt Gear“-Prinzip lässt sich das ganz gut ausgleichen.

Grundsätzlich sind die klimatischen Rahmenbedingungen des Gebiets ausschlaggebend, in dem ich unterwegs bin. Die Temperatur am Tag und in der Nacht bestimmen das benötigte Loft beim Schlafsack und die Anzahl an “Zwiebelschichten” bei der Bekleidung. Die Temperaturen sind sowohl von dem Ort, als auch von der Jahreszeit in der die Tour stattfindet, abhängig.

Für die Vorbereitung einer Tour ist es daher sinnvoll sich zum einen für den geplanten Zeitraum die Klimatabellen der letzten Jahre anzuschauen und zum anderen die aktuellen Wetterberichte unmittelbar vor Tourbeginn.

Weitere essentielle Fragen sind:

  • sind in der Region und Jahreszeit Mücken und andere Blutsauger aktiv?

  • wann passiere ich Orte, in denen ich zwischendurch Essen und Trinken aufstocken kann?

  • welche Distanz möchte ich zurück legen? Diese ist abhängig von der Beschaffenheit der Wege, dem Rucksackgewicht und nicht zuletzt von der eigenen Fitness.

Beispiel: Es soll im Juli durch den Harz gehen, von Ost nach West. Die Route durch folgende Orte

  • Ballenstedt

  • Schierke

  • Brocken

  • Torfhaus

  • Wolfshagen

  • Seesen

Zunächst ist es nötig die Entfernungen abzuschätzen, um einen Anhaltspunkt über den benötigten Proviant zu bekommen.

Beim Studieren der Karte fallen einem auch die Höhenmeter ins Auge. Diese reduzieren schließlich die maximal mögliche Tagesdistanzen auf den jeweiligen Etappen.

In unserem Beispiel reicht ein schneller Blick auf die Karte um festzustellen, dass es nicht mehr als 30 Kilometer zwischen zwei Orten sind. Während meiner letzten Touren habe ich festgestellt, dass ich im Schnitt 20-30 Kilometer am Tag laufe. Das heißt im Umkehrschluss, dass ich ein bis zwei Tage von Ort zu Ort habe. Wenn ich in diesem Fall jeweils Proviant für zwei Tage mit nehme, beinhaltet das schon  Reserve für einen Tag. Zu den schweren Verbrauchsgütern gehört aber nicht nur das Essen, sondern auch das Trinken. Wasser wiegt ein Kilogramm pro Liter.

Wasser ist im Harz zwar reichlich vorhanden, allerdings ist zu beachten, dass in dieser Gegend viel Bergbau betrieben wurde. Dementsprechend sind viele Quellen mit Schwermetallen belastet. Um Wasser als unbedenklich zu identifizieren, muss man sich genauer mit der Materie auseinander setzen. Man sollte wissen, welche Bioindikatoren auf unbedenkliches Trinkwasser hindeuten und welche Quelle man meiden sollte. Eine Alternative in Zivilisationsnähe sind nach wie vor Gasthäuser. Viele Servicekräfte haben nichts dagegen, wenn man sich die Wasservorräte bei Ihnen auffüllt. Eine weitere Option sind Friedhöfe. Bei den meisten Friedhöfen stammt das Wasser zum Blumengießen aus dem Trinkwassernetz der kommunalen Versorger und ist damit in der Regel unbedenklich.

Durch sorgfältige Planung kann man also nicht nur das Rucksackgewicht reduzieren, sondern minimiert gleichzeitig das Risiko, dass etwas Unvorhergesehenes auf der Tour passiert. Natürlich hat man damit keine hundertprozentige Garantie, dass eine Tour genau so wird, wie erwartet. 

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